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Dampfmaschine Fleischmann 125/2

Fleischmann 125-2 restaurierungsbedürftigKleine Dampfmaschine Fleischmann 125-2 mit kleinem Kesselhaus
(2 Lüftungsaugen + 3 Kessel-Anschlußbohrungen)

Meine Ausführung rechts auf dem Bild von 1966 (Zoom - auf Bild klicken)

Vorgeschichte:
Letztens hatte ich Besuch von einem Musikkollegen - der sah die kleine Wilesco D16 bei mir im Regal stehen und meinte - so was Ähnliches habe er auch im Keller rumliegen und ob ich das Teil haben möchte - er würde es mir schenken. Natürlich wollte ich das alles erstmal ansehen und so brachte er mir ein paar Tage später ein schön vergammeltes Blechteil - das er dafür nichts haben wollte war mir dann auch klar.
Welcher Typ es von Fleischmann war, konnte ich anfangs nicht genau recherchieren. Kleines Kesselhaus aber Antriebsaggregat aus Guss - bei Fleischmann kombinierte man scheinbar alles Mögliche. Aber sie musste sich noch im Originalzustand befinden, da die Grundplatte 1-A passte und mit Sicherheit nichts verbastelt war. Dann kam ich auf die Internetseite von Herrn Venter und alle Zweifel waren erledigt. In der Preisübersicht auf seiner Homepage sah ich dann auch den Neupreis von 1966 - immerhin stattliche 50,- DM.

So sah die 125-2 original mal ausInternetrecherche: (Quelle Thomas Venter - www.ventix-pages.de)
Die Fleischmann Dampfmaschine vom Typ 125/2
"Dieses Modell wurde bis 1969 gebaut. Hierbei dürfte es sich neben der 125/4 um das meistverkaufte Modell mit einer großen Variantenvielfalt handeln."
Ausführung 1966
"Diese Variante hat bereits den blanken Kessel, ansonsten wie Ausführung 1958.
Dies ist die letzte und recht seltene Variante dieses Maschinentyps. Das Aggregat wurde komplett überarbeitet und aus Guss hergestellt. Auch die Farbgebung war wieder deutlich interessanter."

Bild rechts (mit freundlicher Genehmigung von Herrn Venter):
. . . so muss auch meine Fleischmann 125/2 mal neu ausgesehen haben.

Fleischmann Dampfmaschine AggregatWas hatte ich erhalten:
Eine erste augenscheinliche Begutachtung ergab folgendes:

  • Das Antriebsaggregat war in einem relativ gutem Zustand. Die Pleuel zeigten nur geringes Spiel, der Kolben saugte noch sehr gut und die originale Farbe war noch erhalten.
  • Am Aggregat fehlten der Zentrifugalregulator mit Antriebsspirale (als Attrappe) und die Verschluss-Schraube für den Heißdampföler, hier mit M4-Gewinde.
  • Die Grundplatte war komplett verbrannt, verrostet und durch die Hitzeeinwirkung stark verzogen. An einer Ecke fehlte das Stabi-Blech. An der Unterseite war sie blau lackiert und besaß einen Stempel "MADE IN WESTERN-GERMANY" und einen schwer lesbaren Prüfstempel - könnte "17/1" oder "17/7" heißen - also eventuell von 1961 oder 1967. Da aber dieses Modell mit gegossenem Antriebsaggregat erst ab 1966 angeboten wurde, stammt diese Maschine mit aller Warscheinlichkeit von 1977.
  • Das Kesselhaus war verbrannt und dadurch verrostet - das Problem haben aber alle späteren Fleischmann-Dampfmaschinen - der Brennereinsatz und der Schornstein fehlte.
  • Der Kessel sah böse aus. Er hatte eine Eindellung genau an der Lötnaht in der Nähe vom Kesselboden - man sieht es auf dem Bild am Spannband. Sicher würde er an dieser Stelle nicht mehr dicht sein. Das Schauglas war noch ganz und komplett. Das Sicherheitsventil war in Ordnung und funktionierte. Es fehlte die Dampfdompfeife. Der Kessel sah zwar sehr verbrannt aus, aber die Lötnähte zeigten keine Überhitzung und waren glatt wie ein Kinderpopo.

Demontage der Maschine für konkrete Einschätzung:

  • Zuerst nahm ich die komplette Dampfmaschine auseinander und reinigte sie grob mit Wasser und Seife, denn im zusammengebauten Zustand, konnte hier garnichts restauriert werden.
    Zerlegte Fleischmann-DamfmaschineWichtig: Hierbei stellte ich fest - Gott sei Dank rechtzeitig, dass auf dem Aggregatsockel sich Blasen bildeten, die ich mit einem weichen Wolltuch wieder beheben konnte. Hierzu schrieb mir Thomas Venter, dass man dieses nicht mit Wasser reinigen soll, sondern er verwendet hierfür Ballistolöl. Hierzu fällt mir außerdem ein, dass zu DDR-Zeiten manche Spielzeuge mit Wasser-Transfer-Bildern koloriert wurden. Wenn diese nicht nachträglich farblos lackiert waren, löste sich die Farbe bei Feuchtigkeit. Dieses Verfahren ist eine schnelle Möglichkeit, ohne aufwendige mehrfarbige Lakierung eine schöne und detailreiche Farbgebung zu erwirken. Sicher hat man dieses Verfahren bei Fleischmann auch verwendet - dafür spricht der Herstellungszeitraum sowie die aufwendige Kolorierung.
  • Die Dampfleitung musste als Erstes vom Kessel und an dem Röhrchen unter dem Steuer-Schieber abgelötet werden, um eine Demontage überhaupt erst einmal zu ermöglichen.
  • Als Nächstes - das Kesselhaus ist mit umgebogenen Blechnasen an der Grundplatte befestigt. Hier werden die (verbogenen) Bleche mit einer Zange gerade gebogen und aus der Grundplatte gezogen. Nun hat man das Kesselhaus mit Kessel separat und kann die von Unten im Kesselhaus befestigten Kesselspannbänder auf gleiche Art und Weise lösen.
    Hier ist zu erwähnen, dass bei manchen Modellen der Kessel von unten an Blechnasen am Kesselhaus verlötet sind. Diese müssen dann abgelötet werden.
  • Dann wurde die Grundplatte umgedreht und das mit zwei Schrauben fixierte Antriebsaggregat abgeschraubt.
  • Zum Schluss wurde am Wasserstandsglas die Schrauben herausgedreht. Hierbei ist mir dann eine Schraube abgedreht. Danach habe ich vorsichtig mit einem scharfen Cutter die Trägerplatte vom Kessel abgehoben und das Schauglas herausgezogen.
  • Das Aggregat wurde nur in die Einzelteile zerlegt, die mir auch für Sinnvol erschienen. Auf dem Bild sieht man die zerlegte Maschine.
    Die Teile oben von links nach rechts: Kesselhaus, Kessel, Kesselspannbänder, Kaminsockel und Blech für Pleuelabdeckung.
    Die Teile unten von links nach rechts: Feder-Sicherheitsventil, Schauglasabdeckung, Schauglasröhrchen, Schauglas Trägerplatte + Schrauben, Reling mit Stützen, Dampfleitung, Grundplatte Antriebsaggregat aus Alu-Druck-Guss mit Schwungrad, Zylindereinheit mit Pleuel, Schiebersteuerung und Dampfzylinder + Anschlüsse, Kurbelscheibe + Exzenterscheibe + Befestigungsschrauben.

Was sollte es nun werden?
Fleischmann 125-2 von der SchornsteinseiteNach dem ich das Aggregat auseinandergenommen hatte, wurde mir klar, dass ich die Maschine wieder aufbauen würde. Anders als bei den Wilesco-Maschinen (komplett aus Alu + Messing), waren bei diesem Antriebs-Modell alle Teile aus Metall und teilweise sogar mit Messinglaufbuchsen versehen - nur die Schwungrad- und Kurbelwellen-Lagerböcke waren aus Alu-Guss. Die für ein Spielzeug doch relativ hohe Präzision des Antriebes, mit wirklich sehr geringem Spiel, überzeugten mich zur Reparatur.

Die Vision:
Nachdem ich im Internet nach dem Maschinentyp recherchiert hatte, sah ich, dass es sehr schöne Dampfmaschinen-Modelle gibt. Nun ist die Optik sowie die funktionelle Handhabung der 125/2 doch recht spartanisch ausgefallen. Andere Maschinentypen hatten ein Türchen, eine oder zwei Galerien mit Geländer + Treppe am Kesselhaus, der Sockel besaß eine schöne Fliesenoptik und auf dem Kessel waren Manometer, Dampfabsperrhahn und Domdampfpfeife montiert. Bei manchen Modellen sind das Kesselhaus und der Schornstein teilweise schön Backstein-Handkoloriert - ja - das Alles gefiel mir sehr gut.
Weil ich ja kein Sammler bin, der auf Originalität des Modelles großen Wert legt, wollte ich das Modell so modifizieren, dass es optisch ansprechend ist und Funktional aufgewertet wird.

  • Nach Auflistung der Fehlteile suchte ich im Internet nach Ersatzteilen:
    - einen Schornstein Durchmesser ca. 23mm + ca. 147mm Länge
    - einen Zentrifugalregulator (Fliehkraftregler-Attrappe)
    - eine Rändelschraube M 4 für den Dampfstrahlöler
    - eine gerade Dampfpfeife (möglichst Fleischmann-Glockenform)
    - eventuell eine schöne Kesselhausgalerie von einer 135/4 (seitlich verschraubt)
    - eine Kesselhaustür von einer 125/4, die dann an die flachere Bauhöhe des Rechaud der 125/2 angepasst werden muss

Jetzt hatte ich allerdings ein Problem - die Teile kann man bei Eb@y zwar ergattern, aber zu Preisen, da fragt man sich, ob die aus Gold geschmiedet sind. Mehrere Versuch scheiterten ein paar Originalteile einigermaßen preiswert zu besorgen. Also machte ich ein neues Konzept.

  • Der Schornstein wird von Wilesco (9,-€ neu) genommen, gekürzt und umlackiert.
  • Einen Zentrifugalregulator konnte ich von einem vorhandenen Doll-Antrieb, der noch in der Schublade lag, verwenden.
  • Die Rändelschraube für den Heissdampföler M4 wird neu auf der Drehbank aus Messing gedreht.
  • Die Domdampfpfeife der D21 mit neu erstellter MessinghalterungEine defekte Domdampfpfeife aus Messing von Wilesco (die große mit Gewicht) habe ich noch von meiner D21. Bei dieser fehlte allerdings das komplette Halteblech + Gewicht. Für meine D21 muss ich mir dann eine neue Dampfpfeife mit Kettenzug bestellen. So nahm ich mir ein Originalbild mit in den Keller, und baute diese Halterung ähnlich aus Messing nach (Bild rechts).
    Als ich diese dann auf die kleine 125/2 aufsetzte, sah es so aus, als ob ein Elefant auf einer Maus reitet - das Verhältnis passte einfach nicht zu dem doch sehr kleinen Kessel. Außerdem besitzt die Wilesco D21 Dampfpfeife ein M6x1 Gewinde, die Kesselbohrung aber M6x0,75 - das kann man nicht nachschneiden.
    Rechts auf dem Bild sieht man mal das Größenverhältnis der Dampfpfeife zu einer D-Mark.
    Also nochmals bei Eb@y geschnüffelt. Hier konnte ich dann doch noch eine originale Domdampfpfeife mit Glockenform und M6x0,75mm- Gewinde von Fleischmann, allerdings mit rotem Hebel ergattern - war sogar billiger als eine ähnliche, neue von Wilesco. Bei dieser werde ich - weils besser zur Optik des Kegelhahnes passt - einen gleichartigen Holzgriff drechseln.
  • originale Fleischmann DomdampfpfeifeDer Kesselboden wird an der Schauglasseite ausgelötet, die abgedrehte 2,5mm-Schraube ausgebohrt, neue Gewinde für die Wasserstand-Anzeige geschnitten und neue Dichtungen für das Schauglas aus hitzebeständigem Silicon-Schlauch gebaut.
    Für die Kessel-Restauration schreibe ich unten noch eine extra Rubrik.
  • Das Kesselhaus wird entrostet, mit hitzebeständigem (- 800°C) Auspuff- oder Ofenlack lackiert und damit die Farbe nicht mehr verbrennen kann, zusätzlich von Innen mit Wärmeleitblechen (wie in den ganz alten Modellen) isoliert.
  • Die Grundplatte wird gereinigt und ausgerichtet. Danach grundiert und mit Pearl-Tundra-Grün lackiert. Das ist zwar nicht die Originalfarbe, aber hierauf lege ich auch keinen Wert. Wenn ich es hinbekomme, dann erstelle ich eine Fliesenoptik für den inneren Falzbereich der Grundplatte.
  • Das Aggregatfundament des Antriebes wird teilweise neu lackiert, weil stellenweise durch Oxidation die Farbe blättert.

Um die Maschine funktional aufzupeppen, kommen folgende Teile hinzu:

  • Das Abgangsrohr vom Kessel zum Aggregat bekommt einen Absperr-Hahn, mit dem es möglich ist, den Dampf zu regulieren. Nur so ist es auch möglich, den Kessel vorzuheizen bis sich genügend Dampf zum Betrieb gebildet hat.
  • Bei Wilesco abgeschaut - Auf die vordere Gewinde-Bohrung (M6 x 0,75), in die beim Original die Domdampfpfeife geschraubt wird, kommt ein aus Messing gedrehter Addapter, in den man frontseitig ein kleines 23mm-Manometer M5 schrauben kann, der dann auch das Sicherheitsventil mit aufnimmt. Die Dampfpfeife wird dann in die mittlere Bohrung mit M6 x 0,75 Gewinde gesetzt.
  • Ob ich die Schiebersteuerung und den Kolben für eine optimalere Leistung noch mit Teflonband abdichte weis ich noch nicht - kann hinterher aber immer noch gemacht werden.

Kesselreparatur:
Der neue polierte KesselÜber diesen Part der Restauration machte ich mir die meisten Gedanken. Zuerst befreite ich den Kessel mit einer Salz-Essig-Lösung von seiner Oxidschicht und polierte ihn mit Reinigungsflies. Wichtig war erst einmal herauszufinden, ob der Boden sich sauber auslöten lässt. Also auf die Werkbank damit und eine geeignete Schelle mit Gummieinlage (Sanitärzubehör) gesucht. Diese wurde dann am Kessel im hinteren (kalten) Bereich festgeschraubt und in den Schraubstock eingespannt. Dann baute ich mir eine V-förmige Feder mit Haken an den Enden, die ich in die Schauglaslöcher klemmen konnte. Danach erwärmte ich den Kesselboden gleichmäßig mit weicher Flamme, bis dieser sich vom Kessel-Zylinder abziehen ließ. Das klappte schon einmal sehr gut, ohne dass sich das wirklich dünne Blech verzog. Nun konnten die Teile vom alten Lötzinn unter Erwärmung und mit Reinigungs-Fließ befreit werden.
Als ich dann in das Innere des Kessels schaute, fiel mir dann auch die etwas ander Konstruktionsbauweise als bei Wilesco auf. Bei den Wilesco-Kesseln lassen sich die Gewindeverschraubungen mittels eingelöteter Bundmuttern von außen wechseln. Bei Fleischmann ist man den etwas ungünstigeren aber sicheren Weg gegangen. Hier wurden starke Vierkantplatten mit Gewinde von Innen an die Kesselwand gelötet.
Das hieß für mich, wenn ich den Boden neu einlöten will, müssen alle mit Gewinde versehenen Einlötungen gesichert werden, damit sie bei der Erhitzung des Kessels im Innenraum nicht herunterfallen. So drehte ich aus Alu - weil das sich mit Lötzinn nicht verbindet - für alle Gewindebohrungen Schrauben, mit denen ich die Platten von außen festklemmen und sichern konnte.
Nun musste eine geeignete Kesselhalterung zum Löten geschaffen werden, mit der es möglich war, den Kessel senkrecht drehbar zu fixieren. So baute ich kurzerhand eine vorhandene Schweißvorrichtung um. In diese wurde der Kessel auf runden Platten, die mit Federdruck auf die Kesselböden drückten, eingespannt. Zuvor wurden die zu lötenden Stellen des Kessels und des Bodens sauber mit Flussmittel eingestrichen.
Mit weicher Flamme erwärmt, drückte sich der Boden durch den Federdruck langsam in den zu lötenden Bördelrand. Durch kurze Zugabe von Heißtemparaturlot (Arbeitstemperatur: 270°C / Zugfestigkeit: 54N/mm²), schloss sich dann der zu lötende Ringspalt komplett - die Lötung war perfekt.
Restaurierter Kessel und AntriebRechts auf dem Bild:

  • Der neu verlötete, noch nicht polierte Kessel mit nachgeschnittenen M6x0,75 Gewindebohrungen, neu abgedichteten Schauglas + 2 neue Schrauben für die Schauglasabdeckung.
  • Hinten auf dem Kessel noch der originalen Einlötstutzen M4,5mm mit 3mm Löt-Muffe für die Dampfleitung.
  • Der selbstgedrehte Manometersockel M6x0,75mm I/A-Gewinde für die Aufnahme von Feder-Sicherheitsventil und  Manometer mit  Ø 23mm  und rückseitigem M5x0,8mm-Gewinde.
  • Auf dem Schiebersteuerblock die neu gedrehte M4 Rändelschraube mit Dichtung  für den Dampfstrahlöler.
  • Neu messing-gebuchstes Pleuellager für die Kurbelwelle (sicherheitshalber).

Nun erfolgte die Kessel-Druckprüfung. Dieses erläutere ich an dieser Stelle nicht nochmals - wer das nachlesen möchte - unter Dampfmaschinen Tips / Druckprobe wird die Problematik genau beschrieben. Eigentlich wollte ich - weil viele Fleischmann-Kessel so sind - den Kesselbehälter noch dunkel brünieren, aber der Kessel war Messingpoliert und sollte dann auch so bleiben. Jetzt konnte der Kessel hochglanzpoliert werden und wartet sehnsüchtig auf seine Montage. Ob ich diesen - wie es Wilesco bei polierten Messingteilen macht - mit farblosen hitzebeständigen Ofenlack beschichte weiss ich noch nicht - muss ich erst auf einem Muster probieren.

Die Modellgrundplatte:
Die selbst erstellte Fliesenoptik für die GrundplatteWie Oben schon erwähnt, musste die gesamte Platte neu gestaltet werden. Anfangs versuchte ich noch, das fehlende Stabilisierungs-Eckblech neu zu ersetzen, aber das Prägen des Bleches - trotz gebauter Biegematrize - schlug immer wieder fehl. So beschloss ich, die Ecken alle gleichmäßig hart zu verlöten und zu verunden. Dies hatte außerdem den Vorteil, dass ich jetzt durch gezielte Erwärmung, der verzogenen Grundplatte die Spannung ausglühen konnte, bis der "Schnappfleck" weg war und die Platte wieder gerade auf der Fläche stand.
Nun wurde die komplette Farbe entfernt, die Platte mit Rostschutzfarbe grundiert und mit Autolack thundragrün gespritzt.
Danach die an die Grundplatte farbig angepasste, selbst erstellte Fliesenoptik am PC als Bild erstellt, mit dem Drucker auf wasserfesten Spezialpapier ausgedruckt und auf den Bereich innerhalb der Falzkante mit Sprühleber aufgebracht. Dann alle Stanzungen der Grundplatte mit dem Cutter ausgeschnitten und versiegelt. Zum Schluss noch transparenter Auspufflack aufgesprüht und im Backofen bei ca. 110 °C ausgehärtet. Das Ergebnis sah um Welten besser aus als die alte originale Platte - echt Vintage.
Um die Grundplatte geräuschdämmend zu gestalten - ich mag das Blechgeschepper nicht, alte Maschinen auf Holzsockel klingen einfach besser - baute ich von unten in die Falz einen Holzrahmen aus 20mmx30mm Buchenleisten. Dieser stabile Rahmen wurden dunkel gebeizt + lackiert und durch die vorhanden Löcher in der Blechgrundplatte nach Unten verschschraubt. Schon alleine das Aufkleben der Fliesenoptik wirkte auf dem Blech geräuschdämmend aber jetzt kann man auf die Blechplatte schlagen, ohne das irgendein Geschepper entsteht.
Weil die Grundplatte für die originale Brennerschieberauflage nach Unten einen 2cm breiten Schlitz hat, durch den eventuell die Brennspiritustabletten auf den Tisch tropfen könnten, baute ich aus Edelstahlblech einen kleinen Einschub - jetzt aber mit seitlichen Lüftungsbohrungen.
Das klingt jetzt so, als ob das alles ganz schnell von statten ging, aber durch die Prägeversuche, das Schnappfleckglühen und die mehrmaligen Lackierungen, zog sich das Ganze dann doch über zwei Wochenenden hin.

Das Kesselhaus mit Kaminsockel und neuem Kamin:
Das neue Kesselhaus der Fleischmann 152/2Ähnlich wie bei der Modell-Grundplatte, entfernte ich zuerst allen alten Lack und Rost von den Blechteilen und enfernte die Messingösen, die in die 2 Lüftungslöcher rechts und links des Kesselhauses geprägt sind. Original ist das Kesselhaus in Schwarz lackiert und ich überlegte, ob ich dem Ganzen nicht eine kaminrotfarbene Optik verpasse. Die Fugen der Klinkersteinstruktur würde ich dann dünn Schwarz nachziehen. Bei einigen älteren handkolorierten Dampfmaschinen sieht man das und das gefiel mir sehr gut. Hierzu würde natürlich auch die Grundplatte mit der dunkelgrünen Fliesenoptik passen.
Bild links:
Das neue Kesselhaus mit dem auf Größe angepassten Schornstein von Wilesco, der Kesselhaustür und den innen montierten Wärmeleitblechen.
Bild rechts:
Hier erkennt man gut den Kaminsockel mit dem zur Verlängerung vorbereiteten Montageblechsockel für die spätere Halterung der Galerie.
Rechaud DetailsFür die Ziegeloptik musste ich mir etwas einfallen lassen. So besorgte ich rot-braunen Auspuff-Sprühlack und schwarzen Ofenlack zum pinseln. Mit der schwarzen Farbe strich ich alle Innenseiten des Kesselhauses und des Kaminsockels - hier kam es nicht so drauf an. Nun musste das ganze 12 Stunden stehen, damit man es wieder anfassen konnte. Zuvor hatte ich natürlich den Wilesco-Schornstein vorbereitend an den Kamin-Sockel in Durchmesser und Höhe angepasst. Nun sprühte ich von Außen die rot-braune Farbe auf alle Blechteile - und wieder min. 12 Stunden warten. Jetzt konnte ich die Fugen der Klinker mit schwarzer Farbe dünn nachzeichnen - eine Sauarbeit - die sich aber optisch wirklich gelohnt hat. Hierzu verwendete ich allerdings keinen Pinsel sondern eine alte Zugfeder. Die nahm etwas mehr Farbe auf und ließ sich in der Backsteinfuge besser führen. Zum Schluss das ganze bei 180°C in den Backofen zum Einbrennen, die seitlichen Messing-Ösen wieder eingepresst, die vorbereiteten gewölbten Edelstahlbleche zur Isolierung in den Rechaud reingeschnappt - fertig und wieder zwei Wochenenden vorbei.
Fleischmann Kesselhaustür 125/4Die Kesselhaus-Tür war ein separater Akt - die Besorgung beim großem E war schnell erledigt - passt aber original nur an das höhere Rechaud einer 125/4. Jetzt musste überlegt werden, was gleiche ich an. Anfangs wollte ich dem Kessel einen umlaufenden schwarzen Sockel von ca. 5mm Höhe verpassen, gefiel mir dann aber optisch nicht. Also musste ich den Rahmen der Kesslhaustür um ca. 4mm verkürzen und verlötete die entstandenen Fehlstellen der vorherigen Bohrlöcher. Dann wurde alles fein verschliffen und für die Lackierung vorbereitet. Die Originalfarbe des Rahmens von 1959 war ursprünglich sibergrau lackiert, wirkte aber hier in diesem Fall wie ein Fremdkörper. So lackierte ich diesen in Schwarz, wie bei den späteren Modellen. Die Feuerungs-Tür selber beließ ich - wegen der Vintage-Optik - in der Origialfarbe schwarz/Silber und versiegelte diese nur mit farblosen Hochtemperatur-Lack.
Alles in Allem gefällt mir persönlich die Optik jetzt besser als beim Original. Das doch recht flache Kesselhaus, wirkt durch die Backstein-Kolorierung höher und insgesamt interessanter, als die einfachen schwarz-lackierten Modelle.

Vorbereitung der Dampfleitung und Armaturen:

  • Manometersockel und DampfabsperrhahnDie Absperrarmatur für die Dampfleitung:
    Wie oben schon erwähnt, soll das Dampfrohr zum Aggregat hin absperrbar gestaltet werden. Hierfür habe ich einen Falk-Kegelhahn mit M5x0,8 Anschlussgewinde + 3mm Einlötmuffe für die Dampfleitung verwendet. Leider war dieser fest und ihm fehlte der Hebel (Holzgriff) sowie das Gewinde für die Hebelbefestigung steckte noch abgebrochen im Küken des Absperrhahnes. Da dieser Hahn so konzipiert ist, dass er auseinandergenommen werden kann, legte ich ihn erst einmal in einer Essig-Salz-Lösung ein. Nach ca. 1/2-en Stunde konnte ich dann die Sicherungsmutter für das Küken lösen und nach einer leichten Erwärmung des Hahnes auch das Küken herausdrücken. Nun bohrte ich zuerst mit einem 2mm Bohrer das abgebrochenen Gewindestück aus dem Küken aus und entfernte die Gewindereste aus der Bohrung - danach mit M2,5-Gewindebohrer das Gewinde nachschneiden.
    Nun musste ein neuer Holzgriff gedrechselt werden. Hier versuchte ich von etlichen Fehlversuchen gekrönt einige Holzsorten - für geeignet fand ich dann ein 6mm Buchen-Holz-Runddübel. In diesen wurde zentrisch ein 2,5mm Loch gebohrt, in welches ich eine längere 2,5mm Schraube steckte und dann das abgelängte Rundholz mit einer M2,5-Langmutter verspannen konnte. Nun wurde das ganze auf der Drehbank eingespannt und die Griffkontur mit einer Feile aus dem Holz herausgearbeitet. Zum Schluss mit Fließ poliert und schwarz lackiert - fertig war der Griff.
    Als nächstes musste das Küken in den Kegelsitz eingeschliffen werden. Hierzu wurden alle Korrisionsrester sorfältig mit Fließ entfernt - nur Gut, dass der Kegelsitz keine tiefen Riefen besaß und nachgedreht werden musste. Die Durchlassbohrung wurde mit einem 2,5mm Bohrer per Hand im Hahn und Küken wieder nachgebohrt. Mit Schleif- und Polierpaste wurde dann per Hand der Kegelsitz mittels Küken eingeschliffen (poliert). Nun auf das Küken etwas Heiss-Graphit-Fett aufgetragen und das Ganze wieder zusammengebaut.
    Um den Absperrhahn in die Bohrung des Kessels zu bekommen, musste die originale Lötmuffe aus den Kessel geschraubt werden. Weil ich dieses als Ersatzteil erhalten und nicht zerdrücken wollte, nahm ich eine Wäschklammer und verspannte diese mit einer Wasserpumpenzange. Hiermit konnte ich die dünne Muffe ohne Quetschungen aus dem Kessel schrauben. Das Gewinde dieser Muffe war 4,5mm ??? und musste nun im Kessel auf das passende M5-Gewinde aufgebohrt und nachgeschnitten werden.
    Zum Schluss die Probemontage mit Dichtung auf dem Kessel - passt + dicht - und wieder ein Sonntagnachmittag um.
    Bild Oben rechts: Der fertige Manometersockel mit Sicherheitsventil und der restaurierte Dampfabsperrhahn mit aufgesteckter Dampfleitung - nehmt einen Euro in die Hand, und ihr seht, wie winzig die Armaturen sind. Der abgebildete zu kurz geratene Holz-Handgriff war mein erster Versuch - später wurden diese in der Originallänge von 23mm gedrechselt (Wie man`s macht? - nachzulesen unter "Reparatur Tips & Tricks").
  • Die Domdampfpfeife:
    Die restaurierte Doll-DomdampfpfeifeWie schon erwähnt, sollte die Domdampfpfeife optisch an den Absperrhahn angepasst werden. Hierzu ist es wichtig zu wissen, dass man den roten Hebel aus dem Küken schrauben kann. Aber Vorsicht - das Gewinde ist gerade mal 2,5mm stark und gegen Herausdrehen mit Lack oder Ähnlichen gesichert. Durch vorsichtiges mehrmaliges hin- und herdrehen bekommt man den Hebel aber demontiert. Nun erstellte ich auf gleiche Art und Weise, wie für den Dampfabsperrhahn, auf der Drehbank den Holzgriff. Zum Schluss wurde die Dampfpfeife geölt und mit feinem Flies noch poliert - damit `se sich gscheh macht.
    INFO:
    Bei vielen Fleischmannpfeifen (auch bei anderen Herstellern) sieht man, dass diese eine einfache gerade Form besitzen. Hierzu muss ich sagen, dass sich die beiden Glocken (oben und Unten) von der Dampfpfeife entfernen lassen. Also wenn man eine Dampfmaschine kauft, bei der nur eine gerade Ausführung vorhanden ist, sind zwei Varianten möglich:
    1. - die Dampfpfeife hatte neu schon keine Glocken oder
    2. - die beiden Teile sind einfach nur verloren gegangen.
    Für den Betrieb der Pfeife hat das keinerlei Auswirkung - nur ein Sammler mit Erfahrungen wird das erkennen und sich wohl auch daran stören.
     
  • Zwischenbilanz der ausgeführten Arbeiten:
    1.Grundplatte:
    1.1. Demontage der gesamten Dampfmaschine
    1.2. Reinigen, Entlacken und entrosten aller Blechteile
    1.3. Verlöten + Verunden der Ecken der Grundplatte
    1.4. Grundierung + Neulackierung der Grundplatte mit dunkelgrüner Farbe
    1.5. Erstellung der Fliesenoptik am PC + aufbringen auf die Grundplatte
    1.6. endgültige Versiegelung mit transparenten Hochtemperatur-Lack
    1.7. Erstellen des Holzrahmen aus 20mmx30mm Buchenleisten + Montage
    2. Wasserkessel:
    2.1. Demontage aller Anbauteile vom Kessel
    2.2. Auslöten des Kesselbodens
    2.3. Reinigung aller Messingteile
    2.4. Ausbeulen und Richten des Kesslrohres + Nachschneiden aller Gewinde
    2.5. Ausbohren und Neuerstellen der Gewinde für das Wasserstandsglas
    2.6. Herstellung von Aluschrauben zur Fixierung aller Gewindeplatten
    2.7. Verlöten des Kesselbodens mittels Spann-Vorrichtung
    2.8. Polieren des gesamten Kessels
    2.9. Herstellung neuer Silikon-Dichtungen für das Schauglas und Montage
    2.10. Abdrücken des Kessels mit ca. 5 Bar
    3. Kessel-Anbauteile:
    3.1. Erstellen des Manometersockels für den Kombibetrieb Manometer + Sicherheitsventil
    3.2. Restauration Dampfabsperr-Ventil + neuer Holzgriff
    3.3. Restauration Dampfdompfeife + neuer Holzgriff
    4. Kesselhaus:
    4.1. Demontage aller Kleinteile wie Schornsteinsockel + Messingösen
    4.2. Entlacken und Entrosten aller Blechteile
    4.3. Beschaffung Ersatzschornstein bei Wilesco + Anpassung an das Fleischmann Original
    4.4. Herstellung der zwei Hitzeschutzbleche aus V2A für das Kesselhaus
    4.5. Herstellung und Anlöten des Haltebleches für die Galerie am Schornsteinsockel
    4.6. Innenlackierung aller Blechteile mit schwarzer Hochtemperaturfarbe
    4.7. Abkleben der schwarzen Blechteile und Lackierung von Außen mit ziegelrotem Hochtemperaturlack
    4.8. Nachzeichnen der Backsteinfugen mit schwarzem Hochtemperaturlack
    4.9. Aufsprühen der Vintage-Optik und Polieren der äußeren Lackflächen
    4.10. Einbrennen des Lackes bei 180 °C im Backofen.
    4.11. Anpassen der Kesselhaustür an das Rechaud + Lackierung
    4.12. Montage aller Anbauteile wie Kesselhaustür, Wärmeleitbleche und Kaminsockel
    Wie man an der obigen Liste gut erkennt - das Modell ist noch nicht fertig und ich musste schon sehr viel Zeit und etliche Arbeitsgänge in die Restauration investieren.

Feischmann 125/2 Ansicht von rechtsDas Antriebsaggregat (ab hier - Bilder zum vergrößern):

Lange machte ich mir Gedanken darüber, wie ich mit der Restauration umgehen sollte. Einerseits gefiel mir die Farbgebung des Sockels sehr gut, andernseits waren doch teilweise erhebliche Farbabblätterungen sichtbar.
Vor Allem der ringsherum oxidierte Alusockel machte mir sorgen. So kam ich zu dem Entschluss, die Oberseite des Antriebaggregates so zu belassen und nur den Umlaufenden Sockel farblich silbergrau neu zu lackieren. Schwierig war ein passendes grau zu finden, welches dann zur Oberseite passt. Fündig wurde ich dann in meinem KFZ-Spraydosen-Arsenal, wo sich ALU-Spray im passenden Grau befand.
Danach wurde die gesamte Grundplatte mit farblosem Lack lackiert und im Backofen eingebrannt.
Rechts auf dem Bild - das fertig restaurierte Aggregat. Wie man sieht, vom original (Zylindersockel) nicht zu unterscheiden.

Fleischmann 125-2 Komplettiert Ansicht rechts obenNun konnte das Antriebsaggregat komplettiert werden.

  • Zuerst wurde das Schwungrad wieder in die Lageböcke und die Schnurrolle auf die Achse gepresst.
  • Der Zylinder mit Schieberführung wurde auf den Sockel befestigt und ausgerichtet.
  • Die Kurbelscheibe und die Exzenterscheibe für die Schiebersteuerung wurden auf der Achse montiert und mit einer M3-Mutter gesichert (gekontert).
  • Das neu messinggebuchste Pleuel wurde mittels Bolzen auf der Kurbelscheibe montiert.
  • Die Pleuelabdeckung wurde auf den Aggregatsockel aufgesteckt und die Blechnasen von unten durch Verdrehen gesichert.
  • Zum Schluss wurde die aufpolierte Geländerreling auf den Sockel gesteckt und von Unten mit den dazugehörigen Schrauben befestigt.

Fleischmann 125 - 2 von rechts obenDie Grundplatte wird komplettiert:

  • Zuerst wird mittels kleiner Holzschrauben der Holzrahmen auf der Unterseite der Grundplatte verschraubt. Diesen Rahmen hatte ich zur Erhöhung der Stabilität und zur Geräuschminderung vorher angefertigt.
  • Die neu gestaltete Grundplatte muss nun mit dem neuen Kesselhaus bestückt werden. Hierzu wird das schon komplettierte Rechaud in die gestanzten Löcher der Grundplatte gesteckt und die Nasen des Kaminsockels von Unten durch Verdrehen gesichert. Schön ist auf den Bildern die selbst verwirklichte gerauchte Marmorierung der Lackierung zu erkennen. Diesen Effekt herzustellen bedurfte doch einiger zeitraubenden Versuche mit den verschiedensten Methoden. Wer so etwas benötigt kann mich anschreiben - oder er versucht es selber einmal.
  • Jetzt kann der Kessel endgültig mit den neuen und den aufgearbeiteten Armaturen bestückt werden.
    Wichtig ist, dass man nur gute - wenn möglich - neue Dichtungen zum Aufschrauben der Hähne usw. verwendet. Diese bekommt man alle im Ersatzteilshop für Wilesco neu zu kaufen. Die paar Euro sollte man für den sicheren Betrieb der Dampfmaschine auf jeden Fall investieren.
  • Als nächstes habe ich die Dampfleitung auf dem Absperrhahn am Kessel montiert, weil die Geländerreling eine nachträgliche Montage verhindert. Auf dem Bild sieht man, dass das Dampfrohr durch einen kleinen Ausschnitt zwischen Rechaud und Geländergalerie geführt wird.
  • Fleischmann Dampfmaschine Ansicht von vorneErst jetzt kann die Galerie mit seinem Geländer am Kesselhaus montiert werden. Hierzu habe ich auf der Innenseite des Kesselhauses (zwischen Wärmeleitblech und Außenhaut) und am Kaminsockel lange selbstgefertigte Messingbleche mit M3 Gewinde angelötet. In diese können nun von Außen die Befestigungsschrauben unterhalb der Galerie am Rechaut verschraubt werden. Die Galerie stammt übrigens von einer Fleischmann 130-2 und hat ihre Befestigungslöcher in den senkrechten Abkantungen (nicht wie bei der 125.4 von Oben).
  • Dampfmaschien Fleischmann Ansicht von vorne obenNun kann das komplettierte Antriebsaggregat auf der Grundplatte montiert werden. Die aus ALU-Guss bestehende Aggregatplatte wird mittels angegossener Nasen in die Aussparungen eingehängt und von Unten mit zwei 2,5mm Schrauben verschraubt.
    Kleiner Tip für den Zetrifugal-Regulator:
    Dieser sitz in einer 2,5mm Bohrung auf seinem Sockel und dessen Achse ist original von Unten gegen Herausrutschen einfach breit gedrückt (-gequetscht).
    Ich habe als Sicherung von Unten eine 2,5mm U-Scheibe aufgesetzt und einen kurzen dünnen Silikonschlauch mit Sekundenkleber auf der Achse befestigt. Hierdurch ist eine nachträgliche Demontage auch jederzeit möglich.
  • Nach dem dies nun geschehen ist, kann die Dampfleitung am Aggregat und auf dem Kessel angelötet werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Lackierung von der Hitzeeinwirkung unbeschadet bleibt. Ich verwende zum Verlöten der Dampfleitungen immer einen Miniaturbrenner. Damit die Grundplatte beim Löten von Unten nicht verbrennt, habe ich selbstklebende Alu-Folie als Wärmeschutz aufgeklebt, und das Loch für die Verlötung ausgespart. Nach der Verlötung kann die Folie wieder abgezogen werden, ohne dass Rückstände vom Löten verbleiben.
  • Zum Schluss wird die Maschine mit Kamin, Leiter und Brenner noch komplettiert und steht nun - wie auf den Bildern zu sehen - betriebsbereit zur Verfügung.

Fazit:
Fleischmann Dampfmaschine Ansicht von rechts obenEndlich ist es soweit und wieder ist ein Projekt beendet. Wenn man den Urzustand der Dampf-Maschine (so wie ich sie bekam) anschaut, ist es schwer zu glauben, was man aus einem Schrotthaufen machen kann.
Mittlerweile finden sich beim große "E" auch Nachahmer, die bauen dann aus verschiedenen Maschientypen unterschiedlicher Hersteller eine Dampfmaschine zusammen. Letztens sah ich ein Angebot, da war auf der Grundplatte das "DC" (Doll-) Logo von 1936 aber von den verbauten Teilen war nicht eines von Doll. Als Antriebsaggregat musste sogar ein total verrostetes D6-Triebwerk von Wiesco herhalten - alt sah es ja aus.
Ja - auch ich verwendete hier Teile, die nicht von Fleischmann sind. Dazu gehören der Schornstein, die Galerie-Leiter und der Manometersockel. Das hat aber den Grund, dass ich für `nen Fleischmannschornstein keine 40,-€ bezahlen will. Auch geht es mir hier nicht um die Originalität, sondern um Funktionalität und Optik. Bei meinen Projekten versuche ich den Spassfaktor für solch eine alte Dampfmaschine zu optimieren - durch technische Verbesserungen und und optische Aufwertung. Die drei genannten Teile sind auch die einzigen, die nicht "Fleischmann" heißen.
Fleischmann Dampfmaschine 125-2 Ansicht von linksAlle anderen Modifikationen sind echte Originale, z.B. die Galerie von einer 130/2, die Kesselhaustür von einer alten 125/4 und das Dampfventil stammt von einer alten Doll.

Schlussfolgernd kann ich aber sagen, dass solch eine Maschine mit 100%-iger Sicherheit ein UNIKAT ist.
Wenn ich mir das Modell betrachte, bin ich über das Resultat schon sehr erfreut - es macht mir Spass es anzuschauen.
Sicher bewerte ich die Dampfmaschine höher als ein echter Sammler - aber es ist ja auch mein Kind - nach meinen Vorstellungen und Wünschen gebaut - und wie immer - auch hier war ein Stück der Weg das Ziel.

Nachtrag:
Durch die Restauration meiner Fleischmann Dampfmaschinen, hat sich für mich ein sehr wertvoller Kontakt mit Thomas Venter, Betreiber der Internetseite http://www.ventix-pages.de ergeben. Wer Informationen über Doll- oder Fleischmann-Dampfmaschinen und Zubehör benötigt, wird auf seiner Internetseite bestens beraten. Als ich Ihm meine Bilder von den Restaurationsobjekten zusendete, war er so begeistert, dass er diese bei sich unter dem Link [Interessantes/Specials] gleich einstellte.
Also Thomas - hier auf diesem Wege möchte ich mich nochmals bei Dir für die hilfreiche Beratung mit den praktischen Tips, die bereitgestellten Ersatzteile und vor Allem für Deine PR auf Deiner Seite bedanken.

Hier ein kleines Video vom Testlauf der 125/2 von 1966

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